Tag 6 (31.10.2024): Schlaflos in Pittsburgh / Radelnd in Detroit

Ich erwache aus seichtem, gequältem Dösen, sitzend, mit gekrümmtem Rücken, mit meinem Kopf vornüber auf den Armen, die ich auf meinem Koffer abgestützt habe. Ich erwache, weil jemand neben mir mit voller Lautstärke TikTok-Videos schaut. Es ist 2:30 Uhr in der Nacht und ich verbringe diese mühsamen Stunden in der Greyhound-Wartehalle in Pittsburgh, weil der Anschlussbus in Harrisburg (wie passend, der Name! Wegen Harris! Kamala Harris, haha!) Verspätung hatte und wir den Anschlussbus in Pittsburgh verpasst haben. Der nächste Bus nach Detroit geht erst in sechs Stunden, gegen neun Uhr Früh. Damit verlängert sich die Busreise von 15 Stunden auf knapp 22 Stunden. Was soll’s, ich habe mich bewusst für die unkomfortable Variante entschieden, fliegen kann jede:r. Im täglichen Podcast von Common Power scherzen sie sogar darüber: Dude, there is even a guy from Amsterdam – no wait, Austria! – here with us and right now he is on a bus from Pennsylvania to Detroit – hahahaha!

Statt in der Früh komme ich also am Nachmittag in Detroit an. Ich radle auf einem Leihrad des Hotels durch Downtown Detroit, schaue nach Kanada hinüber und – oho! – entdecke eine funktionierende, elektrische Straßenbahn. Den Republikaner:innen muss bei diesem Auswuchs von Sozialismus im Verkehrswesen wohl das Gruseln kommen. Beim Gedanken an den linksgrünen Europäer, der durch Detroit radelt, seine veganen Fish ‘n’ Chips in einem LGBT-freundlichen Pub spachtelt und sich in die Wahlen einmischt, erschaudern die sowieso. Happy Halloween!

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