Letzter Tag, election day. Es ist also soweit, kaum zu glauben. An diesem Tag darf man in Michigan vor 9 Uhr nicht wahlwerbend an die Türen klopfen, wir sind dennoch ab 7 Uhr unterwegs, kleben aber nur Zettel mit „Vote Today!“ an die Türen und hängen die Wahlinfo dazu. Punkt 9 Uhr geht es wie gewohnt weiter mit anklopfen, freundlich vorstellen, fragen, ob die Person schon gewählt hat. Bis zur Dunkelheit, dann kehren wir zum Hotel zurück. An diesem letzten Tag haben wir zu viert an 620 Türen geklopft. Insgesamt werden es in Michigan über 10.000 sein, die unser Team in den vier Tagen besucht hat.
In der Erwartung, dass wir zur Wahlparty der Democrats fahren, ziehe ich Hemd und Sakko an und ernte hochgezogene Augenbrauen – jetzt hat der übermotivierte Austrian sogar noch die Einserpanier dabei?!
Die Wahlparty-Pläne zerschlagen sich recht schnell, niemand will den Weg nach Downtown Detroit fahren und wer weiß, ob es überhaupt was zu feiern gibt…? Wir lassen den Tag stattdessen in der Sportbar neben dem Hotel mit Bier ausklingen.
Hat der ganze Aufwand etwas bewirkt? Als ich ins Bett gehe, schaut es schon nicht gut aus, Trump hält seine Ergebnisse von 2020, Harris schwächelt. „Da sind die Hochburgen in den Städten noch nicht dabei, das wird schon noch“, denke ich mir hoffnungsvoll und falle todmüde ins Bett. Wie die Geschichte weitergeht, ist bekannt.